CIEL*a*b**-Farbkreis mit variabler Helligkeit
Dieser Farbkreis geht hervor aus dem CIEL*a*b* Farbkreis gleichbleibender Helligkeit. Durch unterschiedliche Heligkeiten wird die Brillanz gesteigert, der Kreis insgesamt attraktiver.
Diese Übung in weniger als 2 Minuten – eine gute Leistung.
(Vgl. die Farbkreise nach CIEL*a*b* L fix, HSB, NCS, Munsell)
Warum sind unterschiedliche Helligkeiten sinnvoll?
Bei Gelb gelangen zwei Drittel des Remissionsspektrums ins Auge, bei Blau nur ein Drittel, Gelb ist daher heller als Blau. Man unterscheidet auch die "Eindrittelfarben" (Rot, Grün, Blau) und "Zweidrittelfarben" (Cyan, Magenta, Gelb). Ein Farbkreis gleichbleibender Helligkeit wird diesem Umstand nicht gerecht, er erzeugt ein zu dunkles Gelbbraun und ein zu helles Blau.
Verschiedene Farbmodelle, Farbkreise, Komplementärfarben
Das CIEL*a*b*-Farbodell ist einerseits vollständig berechenbar und entspricht andererseits auch recht zuverlässig den Eigenschaften unseres Sehapparats. Es hat sich heute vor allem im industriellen Bereich und überall, wo es um Farbmessung und Berechnung von Farbe geht, durchgesetzt. Zahlreiche Softwareprodukte erlauben die direkte Eingabe von L*a*b*-Farbwerten.
Andere Farbmodelle, wie z.B. Munsell oder NCS, sind noch direkter aus unserem Farbempfinden abgeleitet und ergeben auch sehr attraktive Farbkreise. Diese Modelle verzicheten aber auf die vollständige Berechenbarkeit. Die Reihenfolge der Basisfarben ist stets die gleiche, bei unterschiedlicher Richtung und Aufteilung auf die Winkelgrade.
Farbkreis nach Goethe: Dessen Farbtheorie ist heute nicht mehr vollumfäglich anerkannt, er sah sie aber selbst als seine wichtigste Leistung an.
Farbkreis nach Newton: Dieser entstand aufgrund Newtons Beobachtungen bei der Aufspaltung des Lichts in seine Spektralfarben.
Farbkreis nach Itten: Dieser ist im Schulunterricht weit verbreitet, da er die Gesetze der Farbmischung gut verdeutlicht. Die Basisfarben stehen als Malkasten und Stifte zur Verfügung.
Munsell Color Wheel: Ein empfindungsgemäßeres Farbsystem als CIEL*a*b*, aber nicht per Formeln berechenbar (by Thenoizz via Wikimedia Commons).
Welcher Farbkreis ist der richtige, welches Farbmodell stimmt?
In den CIEL*a*b*-Formeln stecken zwar auch Augen- und Lichteigenschaften, so dass man von einem empfindungsgerechten Farbmodell sprechen kann und die Ergebnisse weitaus zuverlässiger ausfallen als in den technischen Modellen RGB (HSB) und CMYK. Es hat aber auch Schwächen, beispielsweise ist der Gelb-Orangebereich zu klein und die Gegenfarben stellt man sich etwas anders vor.
Als wichtige Alternativen zu CIEL*a*b* sind NCS und Munsell zu nennen, die aufgrund Befragung ermittelt wurden, daher von besseren Gegenfarben ausgehen und insgesamt auch noch empfindungsgerechter aufgeteilt sind. CIEL*a*b* hat aber den Vorteil der durchgängigen freien Rechenbarkeit, den Munsell und NCS nicht haben.
Bei Farben geht es um Empfindungen und Gefühle. Hier gibt es zwar, wie im Leben, viele schlechte Möglichkeiten (schlechte Stimmung, unpassende Farben), aber im Gegensatz zur Mathematik und dem Computer existiert keine "einzige exakt richtige Lösung". Diese würde ja bedeuten, dass wir alle identisch empfinden - hiervon kann keine Rede sein. Es kann durchaus sein, dass das Blau des Lesers etwas völlig anderes ist als das Blau des Verfassers - beide Blaus existieren ja nur im Kopf.
Trotzdem ist die Suche nach einem "immer besser", also einem Farbsystem, das unsere Innenwelt weiter entschlüsselt und noch exakter widerspiegelt, natürlich sinnvoll und noch lange nicht beendet.