CMYK-Farbe zuordnen
Hier geht es um die subtraktive Farbmischung im Offsetdruck. Schätzen Sie aus CMYK-Komponenten die entstehenden Mischfarben ab!
Die subtraktive Farbmischung
Der Vierfarbdruck
Wir alle haben früher mit dem Tuschkasten gemalt. Hierin gibt es Grundfarben, mit denen man sich die gewünschte Malfarbe selbst zusammenstellt. Je mehr Komponenten, umso dunkler die Mischfarbe. Je mehr Wasser darin (oder Deckweiß), umso heller. Am Ende der Stunde hatte jeder ein Pinselglas mit dunkelgraubrauner Brühe. Wohl bekomms!
Man spricht von der subtraktiven Farbmischung, weil die Komponenten sich zu einer dunkleren Mischfarbe ergänzen. Aus Gelb und Cyanblau wird Dunkelgrün, aus Gelb und etwas Rot wird Orange, usw.
Ein Violett im Vierfarbdruck
Der Offsetdruck ist nichts grundlegend anderes. Auch er arbeitet mit durchsichtiger ("lasierender") Druckfarbe. Man verwendet die standardisierten Basisfarben Cyanblau, Magentarot, Gelb und Schwarz (CMYK). Schwarz dient dem Druck des Grauanteils und von Schrift. Diese werden gerastert, d.h. in kaum sichtbarer Kleinheit punktweise zu Papier gebracht. Üblich ist im hochwertigen Offsetdruck ein 60er Raster, d.h. 60 Druckpunkte pro Zentimeter. Wenn nun z.B. die gelben Rasterpunkte ein Zehntel der Papierfläche ausmachen, spricht man von "10% Yellow". Ebenso mit den drei anderen Komponenten. Eine Farbe ist ein Mischungsverhältnis der vier Komponenten, also z.B. CMYK (10 39 3 22), das heißt 10% Cyan, 39% Magenta, 3% Yellow, 22% Schwarz - ein Violett.
Der Offsetdruck ist eine hochpräzise standardisierte Angelegenheit. Die frühere DIN 16539 "Euroskala" wurde ersetzt durch die ISO-Norm 12647. In ihr werden die Parameter (Papiersorten, Farbe, Raster,...) genauestens festgelegt. Es sind CMYK-Farbatlanten erhältlich, die nichts anderes zeigen als alle möglichen CMYK Farbkombinationen auf bestimmten Papiersorten.
Das DCS BOOK Professional enthält 65000 Farbkombinationen auf mattgestrichenem Papier.
Eigenarten diverser Ausgabesituationen können auch per Software in sogenannten "ICC-Profilen" den Druckdaten hinzugefügt werden. Ein Beispiel. Wird die obige CMYK-Zusammenstellung auf Zeitungspapier gedruckt, wird das Druckbild blasser ausfallen. Damit auch im Zeitungsdruck das gewünschte Farbergebnis entsteht, müssen die bunten Komponenten erhöht und der Schwarzanteil zurückgenommen werden.
Diese Übung zeigt den optischen Eindruck von Offsetdruckergebnissen auf gestrichenem Papier bei einem 60er Raster, es liegen die Druckergebnisse des DCS BOOK Professional zugrunde. Es zeigt sich, dass die subtraktive Mischung der Grundfarben zwar unserer Intuition entspricht, aber bei den gewählten Pastellfarben nicht ganz leicht abzuschätzen ist.