Farbübergang

Der Übergang zwischen zwei Farben ist in der Farbgestaltung häufig gefragt. Es gibt viele Wege von Farbe A zu Farbe B - welcher ist der beste?

Farbübergang – erste Berechnung

Ein Übergang zwischen zwei Farben ist leicht zu berechnen - sogar im Kopf. Nehmen wir zwei beliebige L*a*b*-Farbwerte, zum Beispiel 20 30 40 und 70 -20 -40. Man teilt zunächst die jeweiligen Intervallgrößen durch die Anzahl der gewünschten Stufen. (Bei 11 Farben sind z.B. 10 Stufen dazwischen.) Da der L*-Unterscheid der beiden Farben 50 ist, beträgt jedes L*-Intervall 5. Diese addiert man dem L*-Wert der ersten Farbe hinzu, die einzelnen L-Stufen lauten also 50, 55, 60,..., 80. Analog verfährt man in a* und b*, auch Minuswerte sind kein Problem. Im obigen Beispiel ist das Intervall a*=-50, also je Stufe -5. Die a*-Werte lauten also 30, 25, 20..., -20 und die b*-Werte, ebenso berechnet, 40, 32, 24,..., -40.

Man kann diese Berechnung in jedem Farbmodell ausführen - sie führt stets zu einem fließenden, aber jeweils anderen Farbübergang, der bei den technischen Modellen RGB/CMYK weniger passend ausfallen wird, da diese die Empfindung (und nichts anderes ist Farbe) zu wenig berücksichtigen.

Die L*a*b*-Berechnung ist im Digitalen Farbatlas 4.0 enthalten.

Farbübergang - zweite Berechnung

Etwas bunter werden die Ergebnisse, wenn man sie in HLC, den aus den L*a*b*-Werten hervorgehenden Polarkoordinaten, berechnet. Für die o.g. Farben lauten die HLC-Werte 53 20 50 und 243 70 45. Es wird das jeweilige H/L/C-Intervall auf die Anzahl der Stufen aufgeteilt und zum H/L/C-Anfangswert hinzugerechnet. Bei H kann man sich entscheiden, ob man den Farbkreis im Uhrzeigersinn oder entgegengesetzt durchlaufen möchte. Hier die beiden Berechnungen:

Die zweite Berechnung in Farbatlas 5. Gegen den Uhrzeigersinn werden in diesem Beispiel weniger Farbbereiche duchlaufen...

...als im Uhrzeigersinn.

Welche Berechnung ist vorzuziehen?

Die erste Berechnung erzeugt eine gerade Linie im CIEL*a*b*-Farbraum. Bei zwei gegenüberliegenden Farben wird auch der Graubereich durchlaufen (siehe oben). Die zweite Berechnung verbleibt im Helligkeits- und Sättigungsniveau der beiden Farben, sie "umkurvt" den Graubereich und enthält bei weiter auseinander liegenden Farben auch weitere Grundfarbtöne (im Beispiel oben: Violett oder Grün-Gelb).

Eine passende Analogie ist das Auto fahren. Mal möchte man auf der Autobahn möglichst einfach und schnell von A nach B kommen, mal bevorzugt man die Landstraße, die "schönes Fahren" und attraktive Zwischenstationen verspricht...