Helligkeitsvariation

In dieser Übung sortieren Sie Farben nach ihrer CIEL*a*b*-Helligkeit L*. Während der Ausgangsfarbton (Hue=50) und die Sättigung (Chroma=33) identisch bleiben, variieren Sie L* in 15 Stufen von 20 bis 70, also jeweils um 3,3. Dies ist aufgrund der empfindungsgemäßen Definition des CIEL*a*b*-Modells gut möglich.

Eine Übung mit geringerem Schwierigkeitsgrad.

Die CIEL*a*b* Helligkeit L

Im dreidimensionalen CIEL*a*b*-Farbodell verläuft die Helligkeit (Lightness) in senkrechter Richtung.

Alle 1688 Farben des nach CIEL*a*b* rezeptierten RAL DESIGN Systems, Ansicht schräg von vorn. Der in der Übung behandelte Orangebereich liegt beim Farbkreis-Winkel 50 (Hue=50), also im hinteren Bereich rechts.

Farben des Hue-Bereichs 50 aus dem RAL DESIGN System. Die Helligkeitsvariation der Übung verläuft im CIEL*a*b*-Farbraum hinter der dritten Spalte von unten nach oben.

Warum ist diese Übung nicht so schwer?

Unsere Farbwahnehmung ist ein vielschichtiger Prozess. Für eine Farbempfindung sind die Eigenschaften der Körperoberfläche ebenso wichtig wie das einfallende Licht, Eigenschaften unseres Auges, der Betrachtungswinkel, usw. Im Gegensatz zu anderen rechenbaren Farbmodellen (RGB, HSB/HSV/HSL, CMYK,...) bezieht man beim CIEL*a*b*-Modell diese Faktoren in die mathematische Definition ein.

In dieser Übung werden die Vorteile deutlich. Anders als es beispielsweise bei einer Helligkeitsvariation im HSB-Farbmodell der Fall wäre, empfinden wir die vorliegende CIEL*a*b*-Helligkeitsvariation als stimmig. Die Unterschiede bleiben empfindungsgemäß in etwa gleich, es gibt keine Lücken, keine zu großen Sprünge, keine zu stark empfundenen Abweichungen der Basisfarbe.

Das CIEL*a*b*-Modell hat auch Schwächen. Man kann im Detail lange streiten, ob z.B. die Größe des Unterschieds zwischen der dritten und vierten Stufe der zwischen der letzten und vorletzten entspricht. Andere Farbsysteme (Munsell, NCS) mögen unsere Empfindung vielleicht auch besser zu "packen" bekommen (diese Systeme werden in gesonderten Übungen behandelt). CIEL*a*b* hat aber in unseren computerisierten Zeiten einen schlagenden Vorteil: Es ist das einzige der empfindungsgemäß definierten Systeme, das eine durchgängige und freie Berechenbarkeit aufweist – ohne dass Farbmuster vorliegen müssen.

Nicht ohne Grund hat sich CIEL*a*b* heute weltweit als Standard der Farbberechnung durchgesetzt. Dass es weiter verbesserbar ist, steht ebenso außer Frage wie die unbegrenzte Vielschichtigkeit und Individualität unserer (Farb-)Empfindung.