Küppers-Farbkreis

Farben-Basisschema nach Harald Küppers

Küppers (geb. 1928) ist ein in Deutschland seit Jahrzehnten anerkannter Fachmann im Bereich Farbe. Neben seiner Tätigkeit als Unternehmer im Bereich der Druckvorstufe und als Mitglied diverser Gremien der Druckindustrie hat er seit seiner Studienzeit ein eigenes geometrisches Modell der Farbwahrnehmung vertreten, den "Rhomboeder". Er leitet hieraus die Grundlagen seiner eigenen Farbtheorie ab.

Das Farben-Grundschema nach Harald Küppers.

Unter den diversen Küppers-Materialien für Unterrichtszwecke ist auch das Grundschema.

Der Farben-Rhomboeder

Küppers geht aus von 8 "Urfarben", welche die in uns maximal möglichen Farbempfindungen durch jeweils ein oder zwei Drittel des sichtbaren Spektrums darstellen. Dies sind die Basisfarben der subtraktiven und der additiven Farbmischung sowie Schwarz und Weiß.

Etwas schwieriger wird die Küppersche Theorie dadurch, dass Küppers den Farben vom üblichen abweichende, aber eindeutigere und einleuchtendere Farbnamen verleiht, hieraus auch neue Abkürzungen hervorgehen, welche er auch in die Reihenfolge des Spektrums bringt.

Übliche und Bezeichnungen nach Küppers
übliche BezeichnungKüppers-Bezeichnung
Rot (R)Orangerot (O)
Grün (G)Grün (G)
Blau (B)Violettblau (V)
Cyan (C)Cyanblau (C)
Magenta (M)Magentarot (M)
Gelb, Yellow (M)Yellow (Y)
Schwarz, Black, KeySchwarz (S)
WeißWeiß (W)
RGBVGO
CMYKCMYS

Die additiven Grundfarben OGV (RGB) entstehen in uns, indem ein Bereich des sichtbaren Spektrums ins Auge trifft, der etwa einem Drittel des Spektrums entspricht. So ist Orangerot beispielsweise repräsentiert durch das letzte Drittel des Spektrums. Diese lassen sich daher als "Drittelfarben" bezeichnen. Die subtraktiven Grundfarben (CMY) enstehen durch zwei Drittel des Spektrums. Sie sind heller, da hierbei mehr Licht (zwei Drittel statt ein Drittel des Spektrums) im Auge eintrifft.

Man kann die additiven und subtraktiven Grundfarben in Form eines Sechsecks anordnen. In der Mitte desselben befindet sich ein Grau – aber welches? Hat es die geringe Helligkeit einer additiven Mischfarbe oder die höhere einer subtraktiven? Es sind unterschiedliche Helligkeiten dazwischen, die sich nur in einem dreidimensionalen Modell darstellen lassen, welchem man dann auch Schwarz und Weiß als maximale Ausprägungen des Graus hinzufügen kann. Es ergibt sich ein geometrisches Gebilde, das oben und unten zwei Endpunkte aufweist und dazwischen zwei versetzte gleichseitige Dreiecke – das Gebilde erinnert an einen langgezogenen Würfel, die mathematische Bezeichnung hierfür: Rhomboeder.

Die Außenflächen des Küpperschen Farbrhomboeders – von vorn und von hinten.

Das Basisschema der Farblehre

Aus dem Rhomboedermodell leitet Küppers weitere Zwischenfarben ab sowie das sog. "Basisschema der Farblehre", welches in Form von Papiervorlagen sowie als Paste in Form der sechs Grundfarben erhältlich ist (Farbmischkurs Schmincke). Hiermit zeigt Küppers die systematische Farbmischung. "Kein Lernender wird es jemals vergessen, wenn er aus den bunten Farben YB, MG, CR das gleiche Grau ausmischen konnte wie aus W und S".